1. und 2. Bauabschnitt 1995 - 1998
In kürzester Zeit sind West- und Osttribüne des Dortmunder Westfalenstadions(Signal Iduna Park) bei laufendem Sportbetrieb zwischen April 1995 und Dezember 1996 ausgebaut und um 13.000 Zuschauerplätze erweitert worden. Mit dem Investitionsvolumen von knapp über 60 Millionen Mark wurde die Kapazität des Stadions auf 55.000 Zuschauerplätze erhöht. Im Rahmen der neuen Marketingstrategien für eine der in Nordrhein-Westfalen erfolgreichsten Fußballmannschaften konnten neue Flächen für Gastronomie, den VIP-Bereich, Erschließungsräume und andere Bereiche geschaffen werden.
Die Tragkonstruktion dieses ersten Stadion-Erweiterungsumbaus besteht aus ca. 15.000 qm umfassenden Dachtragwerken sowie zwei 126 m langen Tribünenunterbauten, auf denen die neuen Ränge abgelastet werden und in dem die ergänzenden Treppenhäuser, Verteil- und Gastronomieflächen angebunden sind.
Das einzelne Tribünendach ruht auf einem 134 m freispannenden, etwa 16 m hohen und 6 m breiten Stahlträger, der als Dreigurtfachwerkbinder ausgeführt wurde. Der Träger lagert seitlich der Tribüne auf ca. 30 m hohen Pylonstützen, ebenso als Dreigurtfachwerk ausgebildet, und verleiht damit der Konstruktion den notwendigen Halt und die Sicherheit für die Besucher.
Schwierige Detailplanungen waren aufgrund der kurzen Zeiträume für die Bauausführung - bis auf die Gründung - notwendig, da die Tragkonstruktion komplett aus vorgefertigten Bauelementen vor Ort zusammengefügt werden musste.
Problemstellungen, die sich durch die rechnerisch ermittelten abhebenden Windlasten ergaben, konnten durch eine Kombination von Flach- und Pfahlgründungen mit Fußverbreiterung beantwortet werden. Die statischen Berechnungen der Großbauteile wie z. B. der Tribünenträger bis hin zu den Kleinbauteilen lieferten die Grundlagen zur Optimierung der Stahlquerschnitte und konnten damit direkt einen positiven Einfluss auf die Kostengestaltung bewirken. 1998 sind in gleicher Weise Nord- und Südtribüne erweitert worden.